Was können Pharmaunternehmen aus der Lieferpanne von KFC lernen

Ein Fehler im Lieferkettenmanagement des Fast-Food Restaurants KFC zeigt, welchen Herausforderungen auch die Pharmabranche heutzutage gegenübersteht. Real hat für Sie in diesem Artikel wichtige Aspekte zusammengestellt, um jetzt und in Zukunft eine effiziente Lieferkette zu garantieren.

Der Lieferengpass bei KFC

Die globale Fast Food Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) hat im vergangenen Februar durch Lieferengpässe in den Medien für Aufsehen gesorgt. Ein Lieferantenwechsel hatte in den meisten KFC-Filialen Großbritanniens zu einem Mangel an frischem Hühnerfleisch geführt. Die Folge war die vorübergehende Schließung von 900 Filialen. Diese Eskapade sorgte neben finanziellen Schäden auch für großen Unmut bei den Konsumenten.

KFC konnte sich durch ein schnelles und zeitnahes Krisenmanagement  mittels einer extra dafür entworfenen Website innerhalb kurzer Zeit bei den Kunden entschuldigen, auf der diese auch überprüfen konnten, ob die KFC-Filiale in ihrer Nähe betroffen war.

Dieser Vorfall ist ein Beispiel für nachlässiges Lieferketten- und Distributionsmanagement. Darüber hinaus belegt es auch die zunehmende Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit dem Lieferkettenmanagement für Kundendienste. Während die direkten Auswirkungen nur in Großbritannien zu spüren waren, machten Medienberichte im Internet den Vorfall zu einem globalen Ereignis. Die Auswirkungen hätten der Marke und ihrem Ruf als eine der weltweit führenden Fast-Food-Ketten geschadet, wenn KFC nicht sofort gehandelt hätte.

In der Pharmabranche können ähnliche Herausforderungen bezüglich Lieferengpässen durch den Druck des Bestandsmanagements in Verbindung mit der prognostizierten Verbrauchernachfrage und der Arzneimittellagerung entstehen.

Welchen Problemen müssen sich Pharmaunternehmen heute stellen?

1. Bestandsmanagement

Teil des Bestandsmanagements ist die Verwaltung der Bestände zu möglichst geringen Kosten. Die Apotheken entscheiden zunächst über die Höhe der Bestandsinvestition, dann über den Zeitpunkt der Nachbestellung und über die Mengen, die zur Deckung des Kundenbedarfs benötigt werden.

Die Herausforderung liegt darin, Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht zu halten, und das bei gleichzeitiger Minimierung von Bestandsinvestitionen und Beschaffungskosten. Pharmaunternehmen sehen sich aufgrund der unsicheren Nachfrage tendenziell mit Engpässen oder Überangeboten konfrontiert. In der Pharma-Branche kommt es schnell zu Spekulationen über Fusionen oder Übernahmen. Dies führt zu großer Verunsicherung bei Bestellung von bereits am Markt etablierten Medikamenten, da die Nachfrage nach wie vor unberechenbar ist.

Da Arzneimittel sehr komplexe Produkte sind, gibt es auch verschiedene Unsicherheiten im Hinblick darauf, ob bzw. in wie weit das Ablaufdatum von Arzneimitteln verlängert werden kann. Letztendlich erfordern Bestands- und Distributionsmanagement gute Planung. Um Engpässe zu vermeiden, müssen Prognosen bezüglich der Bedarfsermittlung bis hin zur Festlegung geeigneter Distributionszentren sorgfältig erstellt werden.

2. Lagerung und Lagermanagement

Neben dem Bestandsmanagement sind Lagerung und Lagermanagement weitere äußerst anspruchsvolle Bereiche des Lieferkettenmanagements.

3. Temperaturkontrolle

Einer der komplexesten und anspruchsvollsten Bereiche des Lieferkettenmanagements ist die Kühlkettenlogistik. Die Temperaturkontrolle stellt vor allem bei den hochsensiblen Arzneimitteln eine große Herausforderung dar. Dies gilt insbesondere für das Management des Transportes, da das Risiko einer Qualitätsminderung besteht, sollte die Kühlkette nicht während des ganzen Prozesses konstant sein.

4. Lieferung

Die Hersteller müssen heutzutage  innerhalb der Lieferkette mit einem kontinuierlichen Anstieg der Kosten bei temperatursensiblen Transporten rechnen. Dies ist auf zusätzliche Qualifizierungs- und Validierungsanforderungen zurückzuführen. In Asien sind beim Transport über Landesgrenzen zusätzlich Zollabfertigungsverfahren vorgeschrieben. Da es hierbei mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verzögerungen kommt, müssen Pharmaunternehmen darüber hinaus noch in Verpackungen investieren, die eine längere Haltbarkeit gewährleisten.

5. Maßnahmen für die Zukunft

Die pharmazeutische Industrie ist vor allem in ihren Prozessen und Abläufen eine hochkomplexe Branche. Pharmaunternehmen sind in einer Vielzahl von Bereichen aktiv, wie der Entdeckung, Entwicklung und Herstellung von Medikamenten und Arzneien. Es gibt keine ultimativ wirksame Methode, um sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen nicht mit einer Lieferkettenkrise wie der bei KFC konfrontiert wird. Die erfolgreichsten Pharmaunternehmen sind jedoch diejenigen, die ihre Chancen nutzen, indem sie die Initiative ergreifen und agile und effiziente Lieferketten aufbauen.

Wir bei Real haben die wesentlichen Kernpunkte zusammengefasst, die Ihnen helfen sollen  eine effiziente Lieferkette aufzubauen:

Wesentliche Kernpunkte

  1. Der Schlüssel zum optimalen Bestandsmanagement: Bessere Prognosen zur Vorherbestimmung der Nachfrage.
  2. Durch eine effiziente und produktive Lieferkette kann die Glaubwürdigkeit erhöht und das Markenimage einer Organisation gestärkt werden.
  3. Pharmaunternehmen müssen Strategien zum Schutz vor Verlusten entwickeln.
  4. Im Gegensatz zu Brathähnchen sind Medikamente und Impfstoffe für viele Menschen lebenswichtig, und jede Panne in der Lieferkette kann lebensbedrohliche Folgen haben.
  5. Kundenservice ist der Schlüssel zu allem, wenn es um Risiko- und Krisenmanagement geht.

Real hat es sich zur Aufgabe gemacht, die passende Position für Sie zu finden. Wenn Sie also an einem Job im Lieferketten- Distributionsmanagement in der Pharmaindustrie interessiert sind, klicken Sie hier um zu den Stellenangeboten in diesem Bereich zu gelangen.

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