Arbeitsalltag mit Corona: Wie Freelancer den Start in ein neues Projekt trotz Pandemie meistern

Der Start in ein neues Projekt in Zeiten von Corona unterscheidet sich nicht übermäßig vom bisherigen Alltag von Freelancern. Die freiberufliche Tätigkeit unterliegt, zum Schutz vor Scheinselbstständigkeit, ohnehin mehreren Auflagen. So findet die Tätigkeit beispielsweise überwiegend per Remote statt und die Eingliederung von Freelancern in die Teams des Auftraggebers ist nicht gestattet. Das Gebot des Social Distancing ist daher in den meisten Fällen unproblematisch realisierbar. 

Dennoch ist der Alltag ein anderer. Wir haben Ihnen die Entwicklungen im Bereich Freelance zusammengefasst und geben Ihnen Tipps für Ihren Start in ein neues Projekt. 

Experte Cem Özdemir ist Sales Team Manager bei Real Life Sciences und spezialisierter Berater im Bereich Freelance. Herr Özdemir arbeitet aktuell aus dem Homeoffice und unterstützt Freiberufler wie gewohnt bei der Projektakquise und Prozess-Abwicklung. Im Interview verrät er uns, welche Veränderungen er wahrnimmt und gibt Freelancern Ratschläge für ihren Projektantritt. 

Herr Özdemir, Sie arbeiten aus dem Homeoffice, wie gestalten Sie aktuell den Prozess hin zur Projektvermittlung?

SThree und damit auch Real Life Sciences haben sehr schnell auf die Pandemie reagiert, weshalb wir nahtlos von unserem Office-Alltag in das Homeoffice wechseln konnten. Von Zuhause aus lassen sich die bestehenden Prozesse ebenfalls bestens umsetzen. Natürlich halten wir alle Hygienevorschriften ein, was bedeutet, dass auf persönliche Meetings oder Vorstellungsgespräche vorerst verzichtet werden muss. Der Prozess des Kennenlernens und Onboardings wird daher aktuell meist virtuell oder per Telefon realisiert. 

Ich bediene mich bestimmter Tools, um Kunden und Freiberufler einander vorzustellen und wickle so auch meine eigenen Kennenlern-Termine mit Freelancern ab. Ich habe bisher sehr gute Erfahrungen damit gemacht und auch während den ersten Ausgangsbeschränkungen erfolgreich Freelancer in Projekte vermittelt. 

Welche Unterschiede nehmen Sie im Alltag von Freelancern wahr und gibt es Auflagen die Freelancer erfüllen müssen?

Auflagen speziell für Freelancer gibt es keine. Wie für alle Bürger, gelten aber natürlich die erlassenen Hygienevorschriften und Beschränkungen. Da Freelancer meist bundesweit Projekte annehmen, muss sich vorab über die Beschränkungen im jeweiligen Bundesland informiert werden. Dies stellte bisher aber für keinen meiner Partner ein Problem dar.

Einen Unterschied erleben natürlich auch Freelancer in Ihrem Arbeitsalltag. Neben den Schutzvorschriften bekomme ich vermehrt das Feedback, dass sich die Unterbringung an den jeweiligen Standorten als schwierig gestaltet. Durch die Schließungen von Hotels und Gasthöfen, verläuft die Suche nach einer Unterbringung schwierig.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Projektstarts während der Corona-Pandemie gemacht und wie war das Feedback Ihrer Freelance-Partner, die während der Krise ein Projekt begonnen haben?

Bisher habe ich nur positives Feedback erhalten. Unsere Freelance-Partner sind glücklich, trotz der aktuellen Umstände, in einem neues Projekt starten zu können. Die Einarbeitung dauert zwar länger als sonst, aber auch diese Umstellung wird sehr gut gemeistert. Im Grunde müssen wir uns alle mit dieser Situation arrangieren, der Geschäftsalltag muss weitergehen, um neben Unternehmen auch Arbeitsplätze zu erhalten.

Wir sind die Schnittstelle zwischen den Unternehmen, die direkt zur Pandemiebekämpfung beitragen und den Kandidaten mit den entsprechenden Fähigkeiten, die dringend benötigt werden. Meine Freelance-Partner freuen sich, ihren Beitrag bspw. in der Medikamentenentwicklung beitragen zu können. Dieser positive Beitrag ist natürlich ein enormer Antrieb für uns alle.

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51% der Freelancer geben an, dass Projekt-Plattformen in der Krise die Projektakquise am effektivsten unterstützen. Sehen Sie hier die neuesten Projekte aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie und der Medizintechnik.

Zu den Projekten

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Welche Tipps haben Sie für Freelancer, die während der Corona-Pandemie in ein neues Projekt starten?

Freelancer sollten sich rechtzeitig um eine geeignete Unterkunft kümmern und sich mit den Vorschriften im betroffenen Bundesland vertraut machen. Mit den anstehenden Lockerungen sollte es nun kontinuierlich wieder einfach werden ein Hotelzimmer zu finden, jedoch sollte man sich nicht darauf verlassen. 

Die Ausnahmesituation erfordert maximale Flexibilität, ich kann nur jedem Freiberufler ans Herz legen, Kompromisse in Erwägung zu ziehen. Wie in allen Bereichen, spüren auch wir einen Rückgang der Projektverfügbarkeiten. Hier ist es wichtig, sich ein Stück weit von seinen Wunschvorstellungen zu lösen und eventuell über alternative Projektangebote nachzudenken um Leerzeiten zu vermeiden. Ich sehe dort eine Chance für Freelancer, denn so kann man im gleichen Zuge sein Skill-Set erweitern und Erfahrungen außerhalb seines Fachgebietes sammeln.

Wie ist Ihre Einschätzung zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im Bereich Freelance?

Gerade im Bereich Life Sciences sind die Nachteile der Globalisierung spürbar geworden. Man hat sich abhängig von ausländischen Lieferanten gemacht. In dieser Zeit haben wir nun zu spüren bekommen, was es bedeutet, wenn diese wichtigen Lieferketten unterbrochen werden. Ich denke, es wird in diesem Bereich eine Veränderung geben. Langfristig erwarte ich hier einen Standortaufbau verschiedener Medizinprodukte und Pharma-Hersteller. In Konsequenz wird auch der deutsche Arbeitsmarkt davon profitieren.

Die Pandemie wird ohne Impfstoff noch einige Zeit andauern. Sehen Sie bereits entsprechende Reaktionen bei Unternehmen, sich langfristig auf das Virus einzustellen?

Da niemand weiß, wie lange die Situation noch anhält, zeigen sich Unternehmen tendenziell verhalten. Ungern investiert man hohe Summen in Strukturveränderungen wenn evtl. schon gegen Ende des Jahres ein Impfstoff freigegeben wird. Gerade in diesen Tagen ist es wichtig, eine hohe Liquidität zu halten. Persönlich bin ich der Meinung, dass diese Einstellung sich auch noch eine Zeitlang halten wird, zumindest bis die wirtschaftlichen Folgen halbwegs abschätzbar sind. 

Viele Unternehmen, so wie auch SThree, reagieren bereits mit schnellen Homeoffice-Lösungen. Diese Umstellung zieht bereits Kosten mit sich, Mitarbeiter werden mit der notwendigen Hardware versorgt und viele Unternehmen investieren in IT-Spezialisten um die Grundlage für den virtuellen Arbeitsalltag zu schaffen.

Vielen Dank für das Interview Herr Özdemir. 

Das Stimmungsbild unter Freelancern zeigt sich größtenteils positiv. Es bedarf keiner großen Tipps, um weiterhin einen guten Start in Projekte hinzulegen. Mit der nötigen Flexibilität werden Freelancer auch diese herausfordernde Situation meistern.

Könnten Freelancer also vielleicht sogar gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen?

Das Coronavirus hat viele Betriebe zum Umdenken gezwungen. Die Arbeit aus dem Homeoffice wurde oftmals nur unter strengen Auflagen genehmigt. Nun wurde klar, digitale Lösungen sind notwendig um langfristig den Geschäftsbetrieb, auch in Krisenzeiten, am Laufen zu halten. Dies bringt einen klaren Vorteil für Freelancer mit: Sie selbst sind es, die die Digitalisierung maßgeblich in Unternehmen mit umsetzen. Unternehmen ziehen die externen Fachkräfte heran, um die eigenen IT-Systeme aufzurüsten. Mit Abklingen der Pandemie und der Rückkehr in den neuen normalen Alltag wird zudem ein Auftragsboom erwartet. 

Trotz des positiven Ausblicks ist es wichtig, sich vor Antritt eines neuen Projekts ausreichend über die aktuelle Lage zu informieren. 

Real Life Sciences klärt regelmäßig über die Lage für Arbeitnehmer und Freiberufler in dieser Krise auf. Wir haben für Sie, eine Informationsplattform erstellt, dort finden Sie weiter Artikel und Informationen für Festangestellte, Experten in Arbeitnehmerüberlassung und Freiberufler. 

Sind Sie auf der Suche nach Freelancern zur Unterstützung Ihrer Unternehmensaktivitäten? Kontaktieren Sie uns, wir liefern maßgeschneiderte Lösungen auch während der Pandemie. Unsere Teams sind nach wie vor für Sie da und beraten Sie zu alternativen Möglichkeiten zur Umsetzung von Projekten, unter Beachtung der Schutz- und Hygienemaßnahmen. 

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